Im Walldürner Ortsteil Gottersdorf, nahe der bayerischen Landesgrenze, liegt das Odenwälder Freilandmuseum als nördlichstes Freilandmuseum Baden-Württembergs. "Badisch Sibirien" nannte man den Odenwaldteil des Großherzogtums Baden früher; bezogen war dies auf die Abgeschiedenheit der Gegend, das rauhe Klima und die durch karge Böden bedingten bescheidenen Lebensgrundlagen der damaligen ländlichen Bevölkerung. Hierher wurden Beamte strafversetzt. In der zweiten Hälfte des 20.Jh. haben sich die Zeiten in vieler Hinsicht geändert und heute schätzt der Ruhe suchende Urlauber die herrliche Landschaft und die Randlage abseits der großen Verkehrsströme und genießt die Museumsanlage am ehemaligen Fischteich des Klosters Amorbach. Die versetzten historischen Gebäude ermöglichen tiefe Einblicke in die meist schlichte, aber auch sehr fesselnde Vergangenheit der früheren ländlichen Lebens- und Arbeitswelt. Die Bandbreite der 16 bereits fertig gestellten Häuser der noch nicht vollendeten Anlage reicht schon jetzt vom bescheidenen Taglöhnerhäuschen bis zum stattlichen Großbauernhof, von der dörflichen Postagentur bis zur Landschusterei, von der Grünkerndarre bis zur Ziegelhütte, wobei ein Zeitraum vom 17. bis 20.Jh. erfasst ist. Das museumspädagogische Angebot für Schüler nahezu aller Alters- und Schulklassen wurde erweitert und bietet verschiedene Themenschwerpunkte, wie z. B. "Der Bauerngarten - Uromas Garten als Supermarkt und Apotheke", "Von laufenden Pinseln, springenden Besen und blökenden Strümpfen" oder auch "Des Bauers neue Kleider".
Altersgruppe:
4-7, 8-11, 12-15, 16-18
Öffnungszeiten:
1. April bis 1. November April und Oktober 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr Mai bis September 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr Montags geschlossen (Ostermontag und Pfingstmontag geöffnet)
Preise:
Erwachsene 3,50 €
Ermäßigte 3,00 €
Kinder 6-12 Jahre 1,50 €
Schüler im Klassenverband 1,50 €
Kinder unter 6 Jahren und Einzelmitglieder haben freien Eintritt.
Familien zahlen nur für ein Kind.
Führungsgebühr je nach Dauer zwischen 20,00 € und 30,00 €
Web:
E-Mail:
Weiherstraße 12 74731Walldürn - Gottersdorf Deutschland
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Verglichen mit den "großen" Freilandmuseen wie z. B. der Hessenpark ist Gotterdorf klein - dafür aber fein und sehr zu empfehlen!
Das fängt mit dem persönlichen Service an (wir durften uns z. B. als letzte Besucher "rauskehren" lassen ...) und endet nicht zuletzt mit den wirklich liebevoll und detailreich aufgebauten Häusern mit vielen interessanten Informationen zu den Häusern und ihrer Geschichte sowie der Geschichte ihrer Bewohner.
Gerade weil es nicht so überwältigend viele Häuser sind, bleibt das Museum überschaubar und begehbar. Man kann sich Zeit für die einzelnen Häuser bzw. Anwesen nehmen, was gerade bei einem Besuch mit Kindern wirklich sinnvoll ist. Da zählen die kleinen Details - zum Beispiel die Küchengeräte (wer hat heutzutage z. B. schon einen Kaffeebohnenröster für den eigenen Herd zu Hause?) oder die Frage, wie in einem Haus mit 2 Zimmern (inkl. Küche und "Abort"!) und nur 3 oder 4 Betten eine 13köpfige Familie wohnen kann.
So haben wir also einen schönen, interessanten Sonntag-Nachmittag verbracht, gekrönt von lecker Kaffee und Kuchen im bzw. vor der ehemaligen Dorfschänke "zur goldenen Krone". Weil Grünkern so etwas wie das Leitthema in Gottersdorf ist, gibt es dort natürlich auch verschiedene Grünkernspezialitäten, wie z. B. den GrünkernKirschkuchen, den wir mit wachsender Begeisterung verputzt haben. Und weil's so schön war, kommen wir garantiert wieder - vielleicht schon zum Grünkernfest im Juli! :-)